Prozessoptimierung versus Selbstverantwortung (Qualität II.)

Die meisten Qualitätsmanagementsysteme arbeiten mit Verfahrenvereinbarungen oder -beschreibungen. In diesen wird sehr detailliert festgelegt, in welchen Schritten ein bestimmte Aufgabe umzusetzen ist. Dabei werden auch die personellen Zuständigkeiten etc. festgelegt.

Diese Verfahrensbeschreibungen legen alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf fest, dass immer genauso verfahren werden muss. Dies ist jeweils auch zu dokumentieren. Ein solches Vorgehen wird auch Prozessoptimierung genannt. Das mag für die industrielle Produktion das angemessene Vorgehen sein, weil hier das Produkt – zum Beispiel Tassen oder Autos – ja immer identisch sein muss. Für soziale Dienstleistungen, deren Qualität vor allem von der Kompetenz, der Erfahrung und der Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängt, halten wir ein solches Vorgehen für einschränkend. Mit Blick darauf, dass jedes Kind, jede Familie individuell ist, müssen wir die Selbstverantwortung der Fachkräfte stärken und ihnen Spielraum lassen, um auf den Einzelfall auch individuell eingehen zu können. Das gelingt besser mit Qualitätsstandards, die Ziele bzw. Anforderungen vorgeben und bei der Umsetzung – also dem Weg zum Ziel – hinreichend Spielraum lassen. Hier (Seite 10ff.) finden Sie je ein Beispiel für Verfahrensanweisungen und Qualitätsstandards zur Anmeldung und zur Aufnahme von Kindern in eine Tageseinrichtung. http://www.kindergartenpaedagogik.de/2228.pdf